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MEDAM wirkt am UN Global Compact for Migration mit

25.10.2017

Weltweit verlassen Millionen Menschen ihre Heimat, weil sie vor Krieg, Verfolgung oder Armut fliehen, oder sich in Erwartung vermehrter Möglichkeiten woanders ein besseres Leben erhoffen. Um auf die aktuellen Flüchtlings- und Migrationsbewegungen zu reagieren, bedarf es einer engen internationalen Zusammenarbeit und einer gerechteren Lastenteilung.  Nach der New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migranten, die 2016 auf der UN-Vollversammlung  verabschiedet wurde, begannen die Verhandlungen für den Global  Compact on Refugees und  den Global Compact for Migration. Beide sollen 2018 angenommen werden.

Über das Institut für Weltwirtschaft (IfW) ist MEDAM akkreditiert, um am Stakeholderprozess für Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, akademischen Einrichtungen, Migrantenorganisationen und anderen relevanten Stakeholdern teilzunehmen. Diese Beteiligung kann dabei durch die direkte Teilnahme an den Multi-Stakeholder-Meetings oder durch schriftliche Beiträge erfolgen.

Das zweite informelle interaktive Multi-Stakeholder-Meeting in Genf befasste sich mit sechs Themenbereichen: Menschenrechte, Auslöser und Triebkräfte, internationale Zusammenarbeit, Beiträge von Migranten, Schmuggel und Menschenhandel, sowie Arbeitsmobilität.

Betrachtet man die irreguläre Einwanderung sowie die vorhandenen legalen Zuwanderungsmöglichkeiten, ist es wichtig, die Anreize auf legale Migrationskanäle zu verlagern und entsprechend für irreguläre Migration zu minimieren. UN-Mitgliedsstaaten sollten sich zunächst dazu verpflichten, bereits im Land lebenden, gut integrierten Einwanderern die Legalisierung ihres Status‘ zu ermöglichen, empfiehlt Matthias Lücke. Zweitens sollten die UN-Mitgliedsstaaten sicherstellen, dass ihre Einwanderungspolitik die ganze rechtlich zulässige Nachfrage nach Arbeitsmigranten abdeckt.

Ein weiteres Panel im Bereich der Arbeitsmigration befasste sich mit Arbeitsmarktbedürfnissen und Fachkräftemangel auf allen Qualifikationsstufen in Ziel- und Herkunftsländern. Dabei ist die Qualifizierung der potenziellen Migranten von entscheidender Bedeutung, um die irreguläre Migration zu unterbinden. Denn Einwanderern ohne zertifizierte Fähigkeiten stehen in der Regel keine legalen Immigrationswege in Zielländer mit hohem Einkommen offen. „Ziel- und Herkunftsländer sollten sich dazu verpflichten, bei der Erstellung von gegenseitig anerkannten Standards und Lehrplänen für die Ausbildung in einer Vielzahl von Berufen noch enger zusammenzuarbeiten.“ so Matthias Lücke. „Darauf basierend sollten sie zudem daran arbeiten, mehr Arbeitnehmern in Entwicklungsländern den Zugang zu einer solchen Ausbildung zu ermöglichen.“

Vier Herausforderungen müssten in diesem Zusammenhang angegangen werden:

  • Ausbildungsstandards und Lehrpläne sollten auf die Anforderungen der Arbeitsmärkte in sowohl Ziel- als auch Herkunftsländern abgestimmt werden, um eine zu hohe Fachkräfteabwanderung aus Ländern mit niedrigem Einkommen zu vermeiden;
  • durch eine Modularisierung der Berufsausbildung könnte den hohen formalen Qualifikationsanforderungen begegnet werden, in dem entscheidende Fähigkeiten anerkannt werden, die erforderlich sind, um viele Arbeitsplätze zufriedenstellend zu besetzen;
  • die regionale Zusammenarbeit sollte über die oftmals bestehende bilaterale Zusammenarbeit erweitert und verbessert werden, und Anforderungen und Lehrpläne harmonisieren, um wesentliche Fortschritte zu erzielen;
  • und schließlich sollte die Erteilung von Visa für die Zwecke der beruflichen Qualifikation, der Zertifizierung und Arbeitssuche erleichtert werden.

Downloads

Lücke, M. 2017. “To reduce irregular migration, destination countries should commit to creating more regular migration opportunities”. Schriftliche Stellungnahme.

Lücke, M. 2017. “To facilitate regular migration by workers with vocational skills, UN member states should cooperate to establish mutually recognized standards and curricula for vocational education and provide vocational training”. Schriftliche Stellungnahme.

Link

Finden Sie alle Informationen zu den thematischen Sitzungen, ihrer Programme und alle Dokumente des zweiten informellen Multi-Stakeholder-Meeting zur Erarbeitung des ‚Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration‘ hier (externer Link; Englisch).

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