MEDAM in den Medien

Besser ankommen nach der Flucht

Aus dem Artikel

Gastbeitrag von Toman Barsbai, der fordert, Flüchtlinge entsprechend ihrer Qualifikation und ihren persönlichen Präferenzen auf verschiedene Regionen zu verteilen, nicht nach starren Verteilungsschlüsseln.

[...] Die in Deutschland angewandten Verteilungsschlüssel, die festlegen, wie viele Flüchtlinge wo leben sollen, können Ausgangspunkt für ein Matching sein: Der Königsteiner Schlüssel berücksichtigt Steueraufkommen sowie Bevölkerungsgröße und legt fest, welches Bundesland wie viele Flüchtlinge unterbringt. Dann kommen für die Verteilung über Kreise und Gemeinden ähnliche Verteilungsschlüssel zum Einsatz. Deutschland ist mit seinen etablierten Verteilungsschlüsseln für Matching prädestiniert. Sobald damit die Zahl aufzunehmender Flüchtlinge für jeden feststeht, ließe sich mit Matching-Verfahren optimieren, welche Flüchtlinge wo untergebracht werden.

Dafür würden Flüchtlinge bei der Erstregistrierung zunächst alle Bundesländer gemäß ihrer Präferenzen in eine Rangfolge bringen. Informationen - etwa zu Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur - würden ihnen dabei helfen. Nach Zufallsprinzip werden dann Flüchtlinge ausgewählt, deren Erstwunsch erfüllt wird. Ist dieser nicht mehr erfüllbar, kommt der Zweitwunsch zum Tragen und so weiter.

Dasselbe Verfahren würde auch innerhalb von Bundesländern angewendet, um Flüchtlinge auf Gemeinden zu verteilen. Um Flüchtlinge ohne Ortskenntnisse nicht zu überfordern, könnten sie gefragt werden, Gemeindetypen in eine Rangfolge zu bringen. So könnten geflüchtete Studenten Gemeinden mit Hochschulen bevorzugen, junge Erwachsene ohne berufsqualifizierenden Abschluss Orte mit vielen unbesetzten Ausbildungsstellen und Flüchtlinge mit Kindern Kommunen mit einer größeren Kapazität an Kitas und Schulen. [...]

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