Projekt

Gewalt gegen Fremde

In welchem Umfang können räumliche und zeitliche Muster von Vorfällen durch Ansteckungseffekte erklärt werden? Wie einflussreich sind lokale Determinanten, einschließlich der örtlichen Unterstützung rechtsextremer Parteien?

Projektbeginn 04/2017
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Projektende 10/2017

Westeuropa war im Jahr 2015 mit einer Rekordzahl an Asylsuchenden und anderen Migranten konfrontiert. Insbesondere Deutschland war mit über einer Million Neuankömmlingen stark betroffen. Trotz des weitreichenden Engagements der Zivilgesellschaft gab es damit einhergehend einen drastischen Anstieg politisch motivierter Kriminalität gegenüber Flüchtlingen. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts sollen die zahlreichen Einflussfaktoren solcher Straftaten mithilfe umfassender empirischer Analysen räumlich disaggregierter Daten aufgezeichnet werden.
Zu diesem Zweck verwenden wir öffentlich zugängliche Informationen zu aktuellen flüchtlingsfeindlichen Vorfällen in Deutschland und analysieren die Daten beispielsweise im Hinblick auf folgende Fragen: In welchem Umfang können räumliche und zeitliche Muster von Vorfällen durch Ansteckungseffekte erklärt werden? Wie einflussreich sind lokale Determinanten, einschließlich der örtlichen Unterstützung rechtsextremer Parteien? Mithilfe gängiger nicht-räumlicher und raum-zeitlicher ökonometrischer Modelle zeigen wir, dass fremdenfeindliche Straftaten eine starke Spillover-Komponente besitzen, unabhängig von der genauen Art der Straftat. Darüber hinaus bestimmen wir mithilfe von epidemiologischen Punktprozess-Modellen die Ansteckungsrate einzelner Kategorien flüchtlingsfeindlicher Gewalt.