Projekt

Entwicklungshilfe und Migration

Das Forschungsprojekt untersucht die Kanäle, über die Entwicklungshilfe die Entscheidung zur Migration in den Herkunftsländern beeinflusst. Darüber hinaus geht es auch der Frage nach, wie sich die Allokation der öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) als Reaktion auf die Flüchtlings- und Migrationskrise verändert.

Projektbeginn 06/2020

Durch die globalen Vertreibungs- und Fluchtbewegungen – verschärft durch den Krieg in Syrien – und die Ankunft tausender Asylsuchender an Europas südeuropäischen Grenzen wächst der Druck auf die Europäische Kommission und die am stärksten betroffenen EU-Mitgliedsstaaten, die Migrationsbewegungen schnell und effektiv zu steuern Viele Verantwortliche betrachten Entwicklungshilfe dabei als wesentlichen Teil der Lösung. So enthalten  die jüngst unterzeichneten Partnerschaftsabkommen der EU mit den Herkunfts-, Transit- und Erstaufnahmeländern neben der kurzfristigen Nothilfe Entwicklungshilfemaßnahmen als Schlüsselkomponente zur Verwirklichung langfristiger Ziele wie der Förderung von Entwicklung und der Fluchtursachenbekämpfung.

Das Forschungsprojekt untersucht die Kanäle über die Entwicklungshilfe die Entscheidung zur Migration in den Herkunftsländern beeinflusst. Für die empirische Untersuchung dieses Einflusses nutzen wir Migrationsströme anstelle der bestehenden Zahl an Migranten in den Ländern als abhängige Variable und verwenden einen erweiterten und angepassten ökometrischen Ansatz, der auf einem Gravitationsmodell internationaler Migration basiert.

Auf der Geberseite untersucht das Projekt, wie sich die Muster der Mittelzuweisung von öffentlicher Entwicklungshilfe infolge der aktuellen Flüchtlings- und Migrationskrise verändern. Frühere Forschung hat gezeigt, dass die zugrundeliegenden Interessen der Geberländer nicht vordergründig auf eine gerechtere Lastenverteilung abzielten, da Erstaufnahmeländer sowie Länder mit einer großen Zahl Binnenvertriebener in der Höhe der zugewiesenen Mittel eher diskriminiert wurden. Erst seit einiger Zeit sind Lastenteilung und die Prävention von irregulärer Migration verstärkt in den Fokus der EU-Außenpolitik und der Geberländer  gerückt. Unsere Forschung untersucht wie und inwieweit dies die Ansätze in der Entwicklungspolitik verändert.